Warum Container und elektrischer Antrieb zusammenpassen können
Containerverkehre zwischen Terminal und Standort sind oft kurz, wiederholen sich und folgen festen Zeitfenstern. Das sind die Voraussetzungen, unter denen sich der Energiebedarf einer Tour gut vorhersagen lässt. Ein batterieelektrischer Lkw fährt im Fahrbetrieb ohne direkte Abgasemissionen; eine Aussage zur Gesamtbilanz setzt eine definierte Vergleichsbasis voraus.
Gleichzeitig gibt es Faktoren, die gegen elektrischen Betrieb sprechen können: lange Strecken ohne Ladepause, hohe Zuladung, keine Ladeoption am Standort oder unsichere Wartezeiten, in denen nicht geladen werden kann.
Wie wir die Eignung einer Relation prüfen
| Kriterium | Frage |
|---|---|
| Streckenlänge | Wie viele Kilometer fallen je Tour und je Schicht an, einschließlich Rückfahrt? |
| Gewicht | Welche Bruttogewichte kommen vor, und wie wirken sie sich auf den Energiebedarf aus? |
| Ladefenster | Wann steht das Fahrzeug still, und wo kann in dieser Zeit geladen werden? |
| Wartezeiten | Wie planbar sind Terminal- und Rampenzeiten? |
| Rhythmus | Wiederholt sich die Tour so, dass Energie und Ladung vorab geplant werden können? |
Beispiel einer Vorprüfung
Das Beispiel ist konstruiert. Ein Lager liegt in kurzer Entfernung zu einem Terminal. Täglich sind mehrere Touren mit ähnlichen Containergewichten geplant, die Zeiten am Terminal sind in Fenstern geregelt, und am Lager kann ein Fahrzeug während der Entladung Strom beziehen. In einem solchen Fall prüfen wir, ob der Energiebedarf der Touren zum Fahrzeugeinsatz und den Ladefenstern passt. Das Ergebnis ist eine Aussage zur Eignung der Relation, keine Pauschalzusage.
Planung von Energie und Zeiten
Im elektrischen Betrieb werden Fahrzeugeinsatz, Ladung und Zeitfenster gemeinsam geplant. Das ist der Grund, warum wir die Optimierung von Routen, Beladungen und Zeiten in unserer Software bündeln. Die Details stehen im Beitrag Wie unsere Software Routen, Beladungen und Zeiten optimiert. Das System ist geplant und wird mit dem Betriebsstart eingesetzt.
Für Sie ist das vor allem eine Frage der Transparenz: Wir sagen Ihnen, ob eine Relation geeignet ist, und nennen Annahmen offen, statt pauschale Aussagen zu machen.
Häufige Missverständnisse
- Elektrisch heißt nicht automatisch langsamer. Entscheidend ist, ob Ladezeiten in die Standzeiten passen.
- Elektrisch heißt nicht automatisch klimaneutral. Die Gesamtbilanz hängt unter anderem vom Strom ab.
- Kurze Strecke heißt nicht automatisch geeignet. Auch Gewicht und Wartezeiten spielen eine Rolle.
Was wir für die Prüfung brauchen
- Terminal und Zielort, Fahrstrecke je Tour und Anzahl der Touren je Tag,
- übliche Bruttogewichte der Container,
- Zeiten am Terminal und an der Rampe, soweit bekannt,
- Ihre Möglichkeiten zum Laden am Standort, falls vorhanden,
- Zeitfenster und Rhythmus des Verkehrs.
Was Sie von der Prüfung erwarten können
Das Ergebnis der Prüfung ist eine Einschätzung mit offen genannten Annahmen: Ist die Relation für den elektrischen Einsatz geeignet, unter welchen Bedingungen, und was müsste sich ändern, wenn nicht? Eine Prüfung ist unverbindlich und ersetzt kein Angebot. Aussagen zu Emissionen oder Einsparungen machen wir nur, wenn die Vergleichsbasis definiert und nachvollziehbar ist.
Grenzen
Nicht jede Relation lässt sich elektrisch fahren. Wir sagen das offen, bevor ein Angebot entsteht. Aussagen zu Reichweiten oder Ladezeiten für ein bestimmtes Fahrzeug treffen wir erst nach Prüfung der Relation. Einsatzgebiete und Terminals sind noch nicht festgelegt; mehr dazu unter Einsatzgebiete. Allgemeine Informationen zu Containertransporten finden Sie auf der Seite Containertransport per Lkw.
